Loisach-Kochelsee-Moor & Lainbachtal

Die Loisach-Kochelsee-Moore entstanden vor mehr als 15.000 Jahren in der Würmeiszeit. Nicht nur wegen der Größe von 3.600 ha zählen sie zu den bedeutendsten Moorgebieten Süddeutschlands. Die ausgedehnten Feuchtgebiete sind Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren, die vom Aussterben bedroht sind. Mehr als 200 Vogelarten, darunter sehr viele Wiesenbrüter, rasten oder brüten hier. Wiedervernässung und extensive Bewirtschaftung der Moorwiesen stabilisieren die Populationen seltener Arten.
Übrigens: das Benediktbeurer Moos wurde aufgrund seiner Einzigartigkeit als eines von nur fünf oberbayerischen Naturreisezielen in den Naturatlas Bayern Arche des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit aufgenommen!

Die Natur rund um Benediktbeuern weist einige Besonderheiten auf, die es zu entdecken gilt. So blickt das Lainbachtal auf eine Jahrtausende alte, abwechslungsreiche Geschichte zurück. Geprägt ist dieses Gebiet durch die Festgesteine des Kalkalpin und des Flysch sowie durch die Lockergesteine des Quartär. Dies führt zu einem raschen Wechsel von Ton- und Sandsteinlagen, dessen Abfolge entlang des Bachlaufs mehrfach zu sehen ist. Während der Eiszeiten vor ca. 2 Mio. Jahren war das Ur-Lainbachtal mehrmals unter einem gewaltigen Eispanzer begraben. Das Eis führte sehr viel Gesteinsmaterial mit sich. Dies blieb als Moränen im Lainbachtal zurück. Große Massen von Moränen und Resteis riegelten das Lainbachtal zeitweise ab, wodurch Stauseen mit weiteren Gesteinsablagerungen entstanden. Seit dem endgültigen Abschmelzen des Eises vor ca. 10.000 Jahren sind diese Ablagerungen der reißenden Kraft der Wildbäche ausgesetzt. Noch etwa ein Drittel des Lainbachgebietes ist derzeit mit quartärem Lockergestein bedeckt. 

Stoamandl am Lainbach
Loisach-Kochelsee-Moor