Das Kloster - früher und heute

Die Gründung des Klosters erfolgte nach neuesten Erkenntnissen um das Jahr 725 durch Karl Martell, der die zunächst rein weltliche Station Buron zur Kontrolle der Bergpässe in Richtung Süden eingerichtet hat. 739 weihte der Hl. Bonifatius die Kirche und setzte den Huosigrafen Landfried, dessen Familie die Ländereien stiftete, als ersten Abt ein. Benediktbeuern gilt somit als ältestes Kloster Oberbayerns.

Noch vor dem Jahr 800 vermittelte Karl der Große die Armreliquie des Hl. Benedikt, worauf der Name des Klosters in „Benedictoburanum“ geändert wurde, was soviel heißt wie „Haus oder Kloster, das in besonderer Weise dem Hl. Benedikt geweiht ist“.

Schon zur Karolingerzeit verfügte das Kloster über eine bedeutende Schreibstube. Die erste große Blütezeit wurde durch die Überfälle der Ungarn 955 beendet. Das Kloster war zerstört und fast alle Mönche kamen ums Leben.

Mit Unterstützung des Hl. Ulrich von Augsburg erfolgte der Wiederaufbau. 1031 besiedelte Kaiser Konrad II. das Kloster mit Benediktinern aus Tegernsee. An ihrer Spitze stand der Reformabt Ellinger, der die Observanz der benediktinischen Regel wiedereinführte und die Klosterschule neu gründete.

Unter Abt Walther (1138-1168) begann eine neue Blütezeit mit Goldschmiedekunst und Buchmalerei. 1250 umfasste die Klosterbibliothek etwa 250 Handschriften.

Ein Großbrand im Jahre 1248 verursachte schwere Schäden. Andere Klöster halfen beim Wiederaufbau. Abt Ortolf II. erhielt 1275 die Erhebung in den Reichsfürstenstand und zwei Jahre später vom Papst das Pontifikalrecht. Unter Ludwig dem Bayern wurde die Rechtsstellung des Klosters gemindert. Das Klostergericht konnte seine relative Selbständigkeit halten. 1490 fielen die zentralen Klostergebäude abermals einem Großbrand zum Opfer.

Während des Dreißigjährigen Krieges überfielen 1632 schwedische Reiter das Kloster. Sie quälten Pater Simon Speer (siehe Gedenkkreuz Ecke Prälatenstr./Klosterfeldstr.) zu Tode.

Ab 1669 begann mit dem Umbau des Konventvierecks eine weitere bedeutende Bau- und Kulturepoche. Es entstand die barocke Klosteranlage, an der die bedeutendsten Künstler jener Zeit wie Caspar Feichtmayr, Johann Baptist Zimmermann, Johann Michael Fischer, Ignaz Günther und Johann Michael Feuchtmayer beteiligt waren. Von 1681-1686 wurde die neue Abteikirche und heutige Basilika im Hochbarock mit den herrlichen Deckenfresken von Georg Asam erbaut. Sein Sohn Cosmas Damian Asam, bedeutendster Freskenmaler Süddeutschlands, wurde 1686 in Benediktbeuern geboren und getauft. Es entstanden weitere repräsentative Gebäude, der landwirtschaftlich genutzte Maierhof und auch die separate Bibliothek im Konventgarten. 1751-1753 folgte mit der Anastasiakapelle ein Rokokojuwel.

Das Knabengymnasium mit anfangs musischem Schwerpunkt wurde neu eröffnet. Pater Karl Meichelbeck zeichnete sich als Historiker aus. Das Kloster war ein wichtiger Ort des geistigen Lebens und der Bildung.

1803 beendete die gewaltsame Säkularisation die Tätigkeit der Benediktiner. Das Klosterland wurde gänzlich aufgelöst. Die Gebäude blieben größtenteils erhalten. Die Pfarrkirche, die im Friedhof stand, wurde abgerissen und die ehemalige Klosterkirche zur neuen Pfarrkirche erklärt. Rund 40.000 Bände der Klosterbücherei, auch wertvolle Handschriften des 8. bis 14. Jahrhunderts, kamen in die bayerische Staatsbibiliothek. Bei dieser Gelegenheit entdeckte man die berühmte Carmina Burana, die größte Sammlung weltlicher und geistlicher Lieder des Mittelalters in Europa.

Joseph von Utzschneider erwarb die Klostergebäude und errichtete 1805 mit Georg von Reichenbach eine moderne optische Glasfabrikation. 1807-1819 arbeitete Joseph von Fraunhofer im optischen Institut. Er stellte Geräte zur Landvermessung, aber auch Fernrohre und Mikroskope her. Während seiner Zeit in Benediktbeuern erzeugte er eine bis dahin nicht bekannte Glasqualität und entdeckte dunkle Linien im Sonnenspektrum - die nach ihm benannten „Fraunhoferschen Linien“. Ab 1819 befanden sich die ehemaligen Klostergebäude in Staatsbesitz und dienten u. a. als Kaserne, Fohlenhof, Invalidenheim, Genesungsheim und Gefängnis.

1930 erwarben die Salesianer Don Boscos das Kloster und richteten eine philosophisch-theologische Hochschule für den eigenen Ordensnachwuchs ein. Während des Zweiten Weltkrieges waren dort eine Heeresverwaltungsschule und später ein Lazarett untergebracht. Nach dem Krieg entwickelten die Salesianer ihr Kloster zu einem Zentrum religiöser Bildung, Wissenschaft und Erziehung und wenden sich mit zahlreichen Einrichtungen im Sinne ihres Ordensgründers speziell an junge Menschen. Derzeit leben und arbeiten 35 Mitbrüder aus 7 Nationen im Kloster.Sie sind gemeinsam mit rund 140 angestellten sowie zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Klosters in den verschiedenen Einrichtungen in unterschiedlichen Berufen tätig oder verbringen hier ihren Lebensabend.

Orientierungsplan des Klosters 

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Gottesdienstzeiten im Kloster

Luftbild Kloster Benediktbeuern (c) Lubiag/GI Bb
Klosterhof Benediktbeuern
Kloster mit Benediktenwand
Durchgang zum Innenhof des Klosters