Die Carmina Burana und Benediktbeuern

Benediktbeuern ist berühmt als Fundort der "Carmina Burana" (lateinisch: Lieder aus Benediktbeuern) aus dem 13. Jahrhundert. Die Carmina Burana ist die größte Sammlung weltlicher und geistlicher Lieder des Mittelalters in Europa. Verfasst wurden sie in lateinischer und mittelhochdeutscher Sprache. Es handelt sich um Liebeslieder, Trink- und Spiellieder, aber auch um Lieder mit spirituellem Inhalt.

Man geht davon aus, dass die Texte in Seckau (Steiermark/Österreich) oder im Kloster Neustift (Brixen/Südtirol) verfasst wurden. Niemand weiß, wie sie nach Benediktbeuern gekommen sind. Die Texte wurden in der Klosterbibliothek erst 1803 während der Säkularisation entdeckt, als alle Bücher in die Staatsbibliothek nach München gebracht wurden.

Die Carmina Burana wurde weltweit bekannt, als Carl Orff sie in den Jahren 1935-1936 vertonte. Die Uraufführung fand 1937 in Frankfurt statt. Schnell hat sich dieses Werk zu einem der meistgespielten klassischen Musikstücke überhaupt entwickelt. In unregelmäßigen Abständen wird sie auch in Benediktbeuern aufgeführt. Besonders die berühmte Komposition "O Fortuna" ist so populär, dass sie häufig für Filmmusik und Werbespots verwendet wird.